Neidisch schaute Julia der aufgetakelten Dame aus der angrenzenden Einfamilienhausiedlung hinterher. Jeden Vormittag ging sie mit ihrem schwarzen Labrador Gassi. Vormittags. Zur selben Zeit, wo Julia zur Arbeit gehen musste. Trotzdem nahm sich Julia immer wieder die Zeit, den süßen Vierbeiner zu streicheln. Wortlos stand die Lady dann neben ihr. Offensichtlich brauchte die Lady nicht arbeiten. Ihr Mann fuhr mit seinem E 320 jeden Morgen brav ins Büro. Verdiente offensichtlich genug. Eine Yacht auf Mallorca sollen sie auch haben. Durch ihre Klamotten zog sie darüber hinaus den Blick der Männer auf sich. Jetzt, wo es wärmer wurde, trug sie eine luftige Sommerbluse und einen schwarzen Lederrock. Da sie hübsche Beine hatte, konnte sie es sich leisten, auf das kostbare Material ab Oberkante Knie zu verzichten. Und ihre Pumps gaben dem attraktiven Outfit den letzten Schliff. Julia war sauer, das sie die Männerblicke nicht so auf sich ziehen konnte. Lag es nun daran, dass sie nur in einer Mietwohnung …  [weiter »]
 

Donnerstag, 12.05.2005 - 14.00 Uhr Holger hatte sich heute morgen krank gemeldet – zu sehr hatte ihn der Abend auf der Fetisch Party mit Rosi beschäftigt. Auch er war nicht eingeschlafen, ohne sich seinen Phantasien mit Rosi hinzugeben, und auch er erwachte morgens mit seinem Latex Ganzanzug. Während der Dusche und der Reinigung des Gummimaterials dachte er über Rosi’s Worte nach: “Warte nicht so lange – ich muß meinen Artikel fertig schreiben!” hatte sie gesagt. Nein, er wollte sie nicht warten lassen. Heute Abend, wenn Rosi von der Uni nach Hause kommt, würde sie “Peter” begegnen: Peter war sein alter Ego und Deckname für die Aufenthalte im Luitpold. “Peter” alias Holger hatte in diesem Cafe in der Innenstadt schon das eine oder andere Abenteuer erlebt – mit unterschiedlichen Gespielinnen. Seine Phantasie wanderte zurück zu dem Mittwoch vor 14 Tagen: eine unbekannte Schönheit, sie nannte sich Gwendoline, war auf Peter zugekommen: “Spendierst …  [weiter »]
 

Mittwoch, 11.05.2005 - 17.00 Uhr "Puuh, endlich daheim". Rosi zog Jacke und Schuhe aus, warf Schlüsselbund und Tasche von sich und ging Richtung Küche. Abends kam ihr die Wohnung immer besonders leer vor. Die 28-jährige Studentin der Journalistik war Single und nicht viel zu hause - irgendwo war ja immer eine heiße Story zu recherchieren, doch nicht heute Abend. Sie nahm sich einen Orangensaft und einen Schokoriegel und setzte sich an den PC, um sich mit dem Internet zu verbinden. Seit zwei Wochen arbeitete sie an einem Artikel über die SM- und Fetisch Szene in der Provinz. Aus Berlin und Hamburg kennt man das ja: junge, flippige Leute, die sich in hautenge Lack- und Lederklamotten zwängen, um wilde Orgien zu feiern, aber im oberfränkischen Bamberg? Die Stadt, in der sie studierte, war ja für vieles bekannt: den Dom, das gute Bier, die Keller, aber für so etwas doch nicht. Wenn sie einen Artikel darüber in der Stadtillustrierten plazieren würde, dürften einigen Bewohnern …  [weiter »]
 

Eine Viertelstunde später standen Teresa und Jolanda an der Bühne von diesem Lew, der Freiwillige kostenlos fesselte. Oder besser gesagt: Wie Pakete verschnürte. Der Bursche schien es wirklich drauf zu haben und die Ärztin war überzeugt, dass er ganz augenscheinlich ein Meister der japanischen Fesselkunst war. Er hatte gerade das bekannte Bondagemodel Stacy Burke, die sich als Superheldin ‚Wonderwoman' verkleidet hatte, verschnürt, als sie an dem Stand angekommen waren. Jolanda hatte sofort eine Mitarbeiterin gefragt, ob der Bondagemaster sich wohl um Teresa kümmern konnte und - leider - ein ‚Okay' bekommen. Zuerst wollte er sich allerdings noch einer anderen blutjungen Schönheit widmen, die den beiden Frauen unbekannt war. Vermutlich eine Amateurin, die ihrem Freund einen Gefallen tun wollte oder einfach selbst einmal testen wollte, was es hieß gefesselt zu sein. Als die Kleine schließlich verpackt wurde, unterhielt sich Jolanda angeregt mit der frisch befreiten Stacy, die …  [weiter »]
 


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