|
Sie kam wieder zu sich. Ihr Kopf brummte und sie wurde von schrecklichem Durst gequält. Wer war sie? Wo war sie? Was war mit ihr geschehen? Skeptisch blickte sie in dem kleinen Raum, in dem sie sich befand, umher. Er hatte keine Einrichtung, keine Fenster und scheinbar keine Türen. Die Wände waren alle aus weißem... Gummi! Gummi! Widerliches, grauenvolles Gummi, daß so schrecklich brutal auf der Haut klebt. Sie zum glühen bringt, einem den Atem nimmt und einem ein Gefühl der Hilflosigkeit gibt. Mit dem Gummigeruch in ihrem Gefängnis kam die Erinnerung zurück, an jenen, tristen Novemberabend...
XXX
Claudia Judmann war ihr Name und sie war Zahnarzthelferin von Beruf. Zwei Stunden hatte sie sich im Fitnesstudio gequält, nachdem sie ihren Arbeitsplatz in der Zahnarztpraxis verlassen und den Kolleginnen ein schönes Wochenende gewünscht hatte. Sie liebte die Besuche im Fitnesstudio, es machte Spaß etwas für den Körper zu tun (sie war Schönheitsfanatikerin und konnte mit ihren langen pechschwarzen Haaren und der Super-Figur neben dem Job in … [weiter »]
|
|
Florentine!
‘Schöne, geheimnisvolle Florentine. Ob du wohl auch schon einmal diesen Weg gegangen bist, den ich jetzt erwartungsvoll gehe? Begierig, ein Geheimnis zu lüften?’
Ich heiße Susan. Susan Lahme. Meinen amerikanischen Vornamen hatte mein Vater, ein amerikanischer GI, seinerzeit ausgewählt. Damals, als er für kurze Zeit Interesse für mich gehabt hatte. Doch egal, Mutter und ich sind auch immer gut ohne ihn zurechtgekommen. Meine heile Welt ging erst mit 18 Jahren kaputt, als Mutter starb. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens gewesen, denn ich stand plötzlich vollkommen mittellos da, da Mutter mir leider nichts hinterlassen hatte und ich keine feste Beschäftigung besaß, da ich meine Ausbildung als Schwesternschülerin zwei Monate zuvor leider hatte abbrechen müssen, denn ich bin einfach nicht in der Lage gewesen, das Leid, mit dem man tagtäglich in einem Krankenhaus konfrontiert wird, mental auszuhalten.
Ich gehe die Treppe nach unten. Barfuß, … [weiter »]
|
|
Martin schwitzte.
Warum? Er wusste es nicht genau. Wegen den zwei attraktiven Frauen, die er gleich fesseln würde? Dem Geld, das im Tresor auf ihn wartete? Den Cops, die in ein paar Stunden hinter ihm her sein würden? Oder wegen dem Albtraum der letzten Nacht? Vermutlich wegen allen vier Komponenten.
Martin war ein Looser. Der typische Verlierer. Er machte sich da nichts vor. Frauen? Nein. Er war klein, dick und hässlich. Außerdem ‚zierten’ zweiunddreißig, na ja, eigentlich nur noch neunundzwanzig Karies befallende und vom Nikotin vergilbte Zähne seinen Mund. Job? Seit zwei Jahren nicht mehr. Er hatte acht Jahre lang Alarmanlagen für eine kleine Sicherheitsfirma installiert. Bis Chef ihn wegen seinem hohen Alkoholkonsum hinausgeworfen hatte. Fristlos. Verdammtes Arschloch! Ferner machten seine diversen Vorstrafen wegen sexueller Nötigung, Drogenbesitz, Vandalismus und Körperverletzung die Jobsuche praktisch aussichtslos. Aber egal. Heute würde aus dem Looser Martin der Gewinner … [weiter »]
|
|
Rosa:
‚Sie heißt Lady Feanora und ist all das, was ich nicht bin. Reich, schön und selbstsicher!’ Ich heiße Rosa. Komme aus Polen und bin 22 Jahre alt. Ich bin erst seit ein paar Monaten in Deutschland. Es gefällt mir sehr gut hier. Alles so sauber, so luxuriös, so perfekt ... Ich liebe dieses Land und weine dem kleinen Dorf in der Nähe von Warschau keine Träne nach. Wozu auch? Familie habe ich ja keine mehr. Ich erinnere mich nur noch an den Schmutz, die Armut und die kalten Winter. Ich beginne den Pranger abzustauben, wobei ich Lady Feanora nicht aus den Augen lasse. Sie liest so interessiert den Roman mit dem wunderschönen Mädchen auf dem Umschlag. Ob sie mich überhaupt bemerkt? Mich, das unscheinbare Mädchen in Jeans, Kittel und Gummihandschuhen? Dies ist mein vierter Job. Ich arbeite in diesem Hamburgerladen, räume Regale in einem Supermarkt ein, putze bei einer Ärztin und eben hier bei einer Domina. Ich habe kein Problem damit, einfache Arbeiten zu erledigen, … [weiter »]
|